Ab in den Urlaub! Eine Geschichte von Taschendame Wilhelmine.

Ab in den Urlaub!

Ab in den Urlaub!

Wie sehen bei dir die Tage VOR dem Urlaub aus? Taschendame Wilhelmine plaudert aus dem Nähkästchen und beobachtet, was man am besten NICHT machst.

Manchmal sind die Menschen doch spannende Geschöpfe. Sommerzeit ist Urlaubszeit und Urlaub zu machen scheint auch Auslöser für eine Aufräumwelle zu sein. Ist das bei dir auch so?

Wann immer es um Aufräumen und Ordnung geht, bin ich zur Stelle: Ich bin Taschendame Wilhelmine.

Urlaubsvorbereitung bei unserer Chefin

Letztens habe ich bei Maike Folgendes beobachtet:

Langsam schlich sie sich ein. Die „noch vor dem Urlaub zu erledigen to do Liste“. Ich schaute Maike über die Schulter. Eigentlich hatte ich zu allererst eine Packliste für den Koffer erwartet. Stattdessen stand da:

Staubsaugen
Feudeln
Arbeitszimmer!!!
Küche
Nähprojekte beenden

Ich war froh, dass dort nicht stand: Fenster putzen. Im Kopf überschlug ich die Zeit, die sie benötigen würde. Es war Montag und Freitag war Abreise. Die Nähprojekte ließen sich zeitlich schwer schätzen. Ging was schief, würden aus zwei Stunden schnell fünf oder eine halbe Nacht. Innerlich histe ich die weiße Fahne.

Vier Tage? Ich kam schon jetzt auf 15 Stunden. Das waren fast vier Stunden täglich. Besonders viel Sorgen machten mir ihre drei Ausrufezeichen hinter dem Arbeitszimmer. Das war ein Zeichen für aufkommenden Stress. Dazu kam, dass sie gerade erst anfing, ihre Liste zu schreiben. Es gab ja noch den verborgenen Teil, den noch nicht geschriebenen: Wäsche waschen, Koffer packen, einkaufen… Ich meine den Teil, der für den URLAUB wichtig war…

Tag 1: Alles schön putzen für die Zeit nach dem Urlaub

An Tag eins der Aufräumvorbereitungen für den Urlaub war sie voller Elan. Euphorisch putzte sie das Bad. Nicht nur euphorisch übrigens, sondern gründlich. Nach zwei Stunden sah ich sie erschöpft mit einem Kaffee in der Küche. Ein kleines Lächeln konnte ich noch erkennen. Schließlich hatte sie gerade dem Staub den Garaus gemacht. Stand das Bad eigentlich auf ihrer Liste?

Nach einer längeren Mittagspause war das Aufräumfieber aber noch nicht erloschen. Die Küche folgte. Nicht weniger akribisch übrigens als das Bad. Was war nur los mit ihr? Normalerweise sind solche Aktionen über einen ZeitRAUM verteilt. Was trieb sie an? An Tag eins saß sie abends stolz auf der Couch. Ich runzelte die Stirn und blickte etwas sorgenvoll den nächsten Tagen entgegen.

Tag 2: Aufräumen vor dem Urlaub? Ach was!

Als ob ich es geahnt hätte: An Tag zwei kam der Aufräumrebell. Sie schaute auf ihre Liste, hakte die Küche ab und suchte nach dem Bad. Hm. Stand da nicht. Als sie es hinzufügte, machte sich erster Ärger breit. Ist ja auch frustrierend, wenn du dich auf das Abhaken freust und der Punkt dann nicht auf der Liste steht. Das hat zudem zwei Nachteile: Deine Liste wird länger und die to do s werden nicht weniger!!!

Ich wusste schon, was jetzt kommen würde: Die Nähprojekte. Hatte sie eigentlich schon eine Packliste? Zehn Tage fand ich persönlich schon unübersichtlich. Ich schielte auf ihre Liste. Nichts zu sehen. Dafür hatte sie ihre Nähprojekte aufgeführt. All das vor ihrem Urlaub? Hilflos schaute ich ihr zu. Ich kenne sie einfach zu gut.

Tag 3: Loslassen ist doch am besten

Nach einem Nähtag voller Frust sank die Stimmung: Schiefe Nähte, Ungeduld, der Auftrenner ihr bester Freund. Langsam dämmerte ihr, dass das mit dem Nähen kurz vor Abreise eine dumme Idee war. Endlich schrieb sie ihre Packliste und bereitete sich auf den Urlaub vor. Zum Glück durchblickte sie allmählich ihren übertriebenen Putzfimmel und ließ los.

Am Abfahrtstag machte sich noch kurz Panik breit, doch beim Einladen der Koffer ins Auto begann sie merklich zu entspannen.

Zum Glück! Happy Holidays!

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