Im Herzen gibt es kein "Ich bin nicht gut genug" . EinEe Geschichte von Maike Grunwald.

Im Herzen gibt es kein „Ich bin nicht gut genug“

Rutsch mal rüber!
Oder: Warum es im Herzen kein „Ich bin nicht gut genug“ gibt

Hallo zusammen,

mein Name ist Alice. Meine Lieblingsfarbe ist Türkis mit gelben Punkten. Ich mag Gelb, weil es mich an die Sonne erinnert. Türkis ist wie das schöne Meer. Ich höre schon das Rauschen der Wellen., wenn ich daran denke.

Manchmal allerdings frage ich mich, ob das gut genug ist. Es gibt so viele Damen mit Punkten. Da weiß ich nicht, was mich da so besonders macht. Bin ich dann nicht überflüssig? Dieser Zweifel tut weh. Um so erstaunter war ich letztens, als dieses Thema plötzlich wie weggeblasen war.

Ich schaute Maike über die Schulter, als sie sich gerade diese furchtbaren Ereignisse in Hamburg anschaute. Autos brannten und es qualmte wie verrückt. Erst wurde ich traurig, dann wurde mir ein bisschen schlecht und ich war fassungslos. Dann fragte ich mich: Was machen wir jetzt? Hier konnten wir nichts tun zu Hause, außer den Frieden in unserem Herzen zu bewahren. In Gedanken waren Maike und ich bei all den Menschen in den betroffenen Stadtteilen.

Und weißt du was? Auf einmal fühlte ich mich nicht mehr überflüssig. Ich fand mich weder wichtig noch unwichtig. Das verwunderte mich fast ein bisschen und du kannst dir vorstellen, dass ich mich fragte, warum und wie das sein kann. Das war dann in dem Moment auch besser, als weiter die furchtbaren Nachrichten zu sehen, bei denen immer wieder ähnliche Szenen gezeigt wurde.

Im Herzen gibt es kein „nicht gut genug“ oder „gut“

Die Antwort kam schnell und einfach: Im Herzen gibt es das einfach nicht: weder gut noch schlecht. Es unterscheidet nicht. Es IST. Zumindest für meine Zweifel funktioniert das. Brennende Autos sind da noch eine andere Hausnummer. Ebenso wie die Menschen, die die anzünden. Das wäre dann eine andere Geschichte. Eine, die für Taschendamen vielleicht zu viel verlangt ist.

Wo war ich vorher?

Vorher war ich um mich gewickelt. Ich kreiselte um mich herum, jammerte in meinem Kopf, stellte Vergleiche an, ob weiße oder gelbe Punkte besser seien. Ja, dort war es traurig. Ich versuchte ein Gefühl mit dem Kopf zu lösen, das man dort nicht lösen kann. Wie soll man auch treffsicher gegen weiße Punkte argumentieren? Schließlich dürfen sie genauso sein wie meine gelben. Die weißen schlechter zu machen, ließ mich auch unglücklich fühlen.

Was habe ich gemacht?

Ich rutschte vom Kopf ins Herz. Vom Ergründen zum Sein. Gelbe Punkte, weiße Punkte in friedlicher Ko-Existenz nebeneinander. Zudem erkannte ich, dass es auch noch rote, grüne, bunte, lilafarbene Punkte gab. Als ich mich ihrem Wohlergehen widmete, war alles besser andere wie weggeblasen. Es gab nichts zu ergründen. Es gab nur die Frage nach Frieden. 

Wie rutscht man ins Herz?

Bei mir war Gewalt der Auslöser. Die Sorge um das Wohlergehen berührte mich im Herz.  Diese Berührung führte mich ins Herz. Dort blieb ich eine Weile, weil mir das Wohlergehen der Hamburger wichtiger war als mein inneres „Gejammere“. Es braucht also einen Auslöser, der das Mitgefühl anrührt. Wie Katzen- und Hundebabys vielleicht. Oder überhaupt Babys.

Es war in dem Moment Zufall, dass ich dort landete. Eigentlich müsste ich nun eine Art Anker werfen, dass ich mich wieder an dieses gute Gefühl erinnere… Vielleicht rutsche ich unversehens wieder in den Kopf, oder so und versuche dort Probleme zu lösen, die man dort nicht lösen kann. Ich glaube auch, dass mich das Leben immer wieder aufmerksam machen wird…

Ein erschreckender Anlass für diese Weisheit…

Ich gehe jetzt zu den anderen Damen auf´s rosa Sofa. Dort werden wir uns ausruhen und friedliche Wünsche nach Hamburg schicken. Wir nehmen lieber Weisheit als Steine.

Alles Liebe

deine Alice

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