Tagebuch- Ausstellung der Taschendamen

Wie man sich zuverlässig aus der Komfortzone herauskatapultiert

21. Oktober 2016: Die Ausstellung

Morgens beende ich den Ausdruck der Broschüren und erstelle noch eine Preisliste. Der Katalog für die Damen ist schon fertig. Ich frage mich nur, ob er noch rechtzeitig mit der Post kommt. Ansonsten Plan B.

Die letzte Checkliste für heute. Essen nicht vergessen. Im Atelier gibt es später nur noch Nüsse, Schoki, Tee und Kekse. Vielleicht mache ich mir doch lieber was Vernünftiges zum Mitnehmen?

Für die Fahrt nehme ich mein Navi mit. Mein Orientiertungssinn ist bescheiden und bevor ich vor lauter Aufregung umherirre, gibt mir das Teil doch ein bisschen Sicherheit. Beim ersten rechts Abbiegen werde ich stutzig. Da stimmt doch was nicht. Mir wird klar, dass das Navi gerade seinen eigenen Kopf hat. Ehe ich mich versehe lotst es mich durch völlig neue Schleichwege. Als ich zum zweiten Mal an der selben Ecke vorbeifahre, die Anzeige meines Standortes sich im Kreis dreht, halte ich an und überprüfe meine Einstellungen: Es steht auf FAHRRAD!

Rechtzeitig bin ich vor Ort und nehme die nächste Herausforderung in Angriff. Zum Glück ist Achim da und hilft beim Feuer machen im Brennofen.

Um 17 Uhr ist die stille Eröffnung und bis 20 Uhr kommt – niemand. Damit hatte ich gerechnet, es mir dennoch anders gewünscht. Draußen ist es dunkel und regnerisch.

22. Oktober 2016: Die Lesung

Der Höhepunkt der Ausstellung: Die Lesung aus dem Live-Buch „Wo geht´s denn hier zum Licht?“ Dass ich heute nicht alleine bleiben würde, wusste ich. Von Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen hatte ich feste Zusagen. Gegen 15 Uhr kommen die ersten Gäste. Fünf Geschichten hatte ich mir herausgesucht. Die Damen, deren Geschichten ich vorlese, sitzen vor mir auf dem Tisch. Bei der Geschichte „Wie bequem hast du es?“ kommen die ersten Lacher. Auch Wilhelmine trägt zur Aufheiterung bei. Den Höhepunkt bekommt Lucky mit „Wann hast du das letzte Mal Ja gesagt?“ – meine persönliche Lieblingsgeschichte. Als Geschenk bekommen alle ihr kleines Faltheftchen mit nach Hause. Ich schaue in zufriedene Gesichter. Ein Gast vertieft sich nach der Lesung in weitere Geschichten und liest fast alle ausgelegten Broschüren. Die Zeit vergeht im Flug. Kurz vor Schluss verabschiedet sich die letzte Besucherin. Die Aufregung fällt von mir ab und ich genieße die Stille.

23. Oktober 2016: Der letzte Tag

„Hast du das gesehen? Das ist richtig, richtig toll!!!“ „Ah jetzt verstehe ich die Taschendamen! Wie SCHÖN!“ Ich schaue in strahlende Gesichter. Lange hält sie sich auf, die kleine Besucherrunde. Sie stöbern,  lesen und verweilen. Den ganzen Tag ist Betrieb. Nur am frühen Nachmittag ist ein bisschen Pause. Die Zeit vergeht wie im Flug. Intensive Gespräche: Wie man ein Buch veröffentlichen kann, über die Taschendamen. „Die Geschichten sind wirklich gut zu lesen. Sie haben Tiefe.“

Nach zwei Jahren des immer wieder Hinterfragens und der Unsicherheiten fallen endlich die letzten Zweifel von mir ab.  Die Ausstellung bestätigt mich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Vielen, vielen Dank an all´ die wundervollen Besucher und Besucherinnen – für euer Interesse, eure Neugier und euren Forschergeist. You made my day!

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4 comments

  1. Eva Peters says:

    Liebe Maike,

    klasse, dass Du mitgemacht hast. So viel Arbeit, Vorbereitungen und Aufregung. Aber es hat sich wirklich gelohnt! Ich denke so eine Ausstellung ist eine echte Wertschätzung der eigenen Arbeiten. Auch ich habe nun die Taschendamen besser verstanden und freue mich natürlich, dass der artilda Artikel – und das Nachhaken – Dir den enstrpechenden Impuls gaben.

    Die nächste Ausstellung kommt bestimmt …

    Viele Grüße
    Eva

  2. Gesche says:

    Hallo Maike,
    danke, dass du deine Erlebnisse und Erfahrungen hier zusammengefasst hast – das macht soviel Mut. Als blutiger Anfänger traue ich mich so häufig nicht auf andere, erfahrenere Menschen zu zugehen und einfach mal nachzufragen.
    Wirklich doof, als wäre ich die einzige, die mal klein angefangen hat 🙂
    Danke also nochmal und weiterhin viel Erfolg mit den Taschendamen,
    Gesche

    • Liebe Gesche,
      das freut mich! Genau dafür habe ich es geschrieben, um anderen – Dir 😉 – Mut zu machen. Oft sehen wir nur das Ergebnis und der Weg des Anderen bleibt im Verborgenen. Dabei ist der gerade so aufregend und mit vielen Fragen verbunden.
      Danke Dir für Deine Rückmeldung und viel Erfolg für Dein Projekt!
      Liebe Grüße
      Maike

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